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Unter der Pyramide liegt eine riesige Eingangshalle, die als zentrale Verteilerstation des Museums dient. Als ich das erste Mal hinabstieg, war ich von den Ausmaßen überrascht: eine richtige unterirdische Stadt aus weißem Stein und Glas. Von dort gehen die Durchgänge zu den drei Palastflügeln ab – Richelieu, Sully und Denon.
In diesem Raum befinden sich Kassen, Informationsschalter, außerdem ein Café und Souvenirläden. Durch die gläserne Konstruktion der Pyramide dringt Tageslicht ein, sodass man sich im Inneren überhaupt nicht unter der Erde fühlt. Mich hat beeindruckt, wie der Architekt Pei es geschafft hat, die Moderne mit den alten Palastmauern zu verbinden.
Dort kann man auch die Überreste der mittelalterlichen Festung Philipps II. Augustus sehen, die während der Bauarbeiten gezielt ausgegraben wurden. Diese steinernen Mauern aus dem zwölften Jahrhundert sind konserviert und im unterirdischen Bereich zur Besichtigung ausgestellt. Wenn man vor ihnen steht, begreift man, wie viele Geschichtsschichten dieser Ort in sich birgt.
Was befindet sich unter der Glaspyramide des Louvre? Ist das nur ein Eingang oder gibt es dort etwas Interessantes? Ich habe Fotos gesehen, kann aber nicht verstehen, ob man dort hinunter gehen kann und was dort überhaupt untergebracht ist.
Gisela
Ich kam durch den Haupteingang unter die Pyramide und stand sofort in einer riesigen Halle, wo alle Museumswege zusammenlaufen. Dort stehen große Modelle, an denen man sich orientieren kann, wo es zur Mona Lisa oder zu den ägyptischen Sälen geht. Der Raum ist sehr hell dank der gläsernen Pyramidenwände über dem Kopf, obwohl man bereits mehrere Meter unter der Erde ist. Mir gefiel, dass man in Ruhe auf Bänken sitzen, ohne Anstehen am Automaten eine Karte kaufen und den Plan studieren kann, bevor man durch die Säle zieht. Dort gibt es auch eine Garderobe, wo ich meine Jacke abgegeben habe, denn im Museum ist es selbst im Winter recht warm.
Am meisten haben mich die Ruinen der alten Festung beeindruckt, die direkt unter der Pyramide ausgegraben wurden. Als man in den achtziger Jahren diesen modernen Eingang baute, stießen Archäologen auf Überreste von Verteidigungsmauern und einem Graben, die König Philipp II. Augustus noch im zwölften Jahrhundert errichten ließ. Diese Steinkonstruktionen wurden bewahrt und zu einem Teil der Ausstellung gemacht.
Ich bin zwischen diesen massiven Blöcken umhergegangen, habe die Mauerstärke betrachtet und mir vorgestellt, wie hier einst eine echte mittelalterliche Festung stand. Der Kontrast zwischen dem mittelalterlichen Mauerwerk und der gläsernen Pyramide über dem Kopf erzeugt ein ungewöhnliches Gefühl. Der Guide erzählte, dass der Louvre ursprünglich tatsächlich eine Festung war und erst viel später zum Palast wurde.
Unter der Pyramide gelangt man in einen großen Saal mit hoher Decke, durch die Tageslicht strömt. Ich verbrachte dort etwa zwanzig Minuten damit, mich mit dem Museumsplan vertraut zu machen, denn der Louvre ist riesig und ohne Vorbereitung kann man sich leicht verlaufen. In dieser unterirdischen Eingangshalle gibt es alles Notwendige: Toiletten, Geldautomaten, ein Café, wo man vor dem Rundgang etwas essen kann. Von dort führen Rolltreppen zu den verschiedenen Palastsektionen, jede ist auf den Plänen farblich gekennzeichnet. Ich fand es praktisch, dass man nicht sofort in die Säle stürzen muss, sondern in diesem Zwischenraum zwischen Straße und Sammlungen in Ruhe seine Gedanken ordnen kann.
Die gesamte Infrastruktur des Museums konzentriert sich genau dort, unter der gläsernen Pyramide. Als ich ohne Vorbuchung ankam, kaufte ich mir direkt vor Ort ein Ticket am Automaten, eine Schlange gab es nur an den Kassen mit Personal. Daneben befinden sich Schalter für Audioguides, ein Informationsbüro, wo französischsprachige Mitarbeiter den Touristen geduldig die Routen erklärten. Dort gibt es auch einen großen Buchladen mit Bildbänden und Reproduktionen.
Mir gefiel, dass man seine Sachen in einer Gepäckaufbewahrung lassen kann, denn mit großem Rucksack wird man in die Säle nicht hineingelassen. Der Raum ist logisch organisiert: zuerst die Services, dann die Wahl der Bewegungsrichtung zum gewünschten Palastflügel.
Ich hatte vom Skandal gelesen, der in Paris ausbrach, als der chinesisch-amerikanische Architekt Pei vorschlug, eine gläserne Pyramide vor den alten Palast zu setzen. Pariser Intellektuelle empörten sich, schrieben Petitionen, nannten das Projekt Barbarei. Aber als ich das Ergebnis mit eigenen Augen sah, verstand ich die Genialität des Entwurfs.
Der unterirdische Raum unter der Pyramide löste das Hauptproblem des Louvre: Früher wurde das Museum mit dem Besucherstrom nicht fertig, die Leute drängten sich an mehreren kleinen Eingängen. Jetzt empfängt diese helle Eingangshalle jährlich Millionen Touristen und verteilt sie ohne Chaos in drei Richtungen. Das Glas lässt so viel Licht durch, dass man den Druck des Unterirdischen gar nicht spürt. Pei schuf nicht einfach einen Eingang, sondern einen echten Übergangsraum zwischen Moderne und Geschichte.
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