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Hallo zusammen! Ich heiße Paula und bin Botanikerin aus Jena. Pflanzen sind für mich keine Dekoration – sie sind eine Sprache, in der Klima, Geschichte und Kultur eines Ortes geschrieben stehen. Und diese Sprache wird auf jedem Kontinent anders gesprochen.
Wladislaw und Julia lernte ich vor anderthalb Jahren in den Giardini Botanici di Villa Taranto am Lago Maggiore kennen. Ich war mit einem Forschungsnotizbuch unterwegs und bückte mich gerade über eine seltene Pflanzensorte, als die beiden neugierig fragten, was mich so fessele. Das Gespräch, das folgte, führte uns durch den gesamten Garten und endete Stunden später an einem Cafétisch mit Blick auf den See.
Meine Spezialisierung erlaubt mir, jede Landschaft als botanisches Dokument zu lesen. Die Vegetation verrät mir auf Anhieb, auf welchem Untergrund ich mich befinde, wie das lokale Klima beschaffen ist, welche Nutzpflanzen hier seit Jahrhunderten kultiviert werden, welche Einflüsse benachbarter Kulturen die regionale Flora geprägt haben. In meinen Kommentaren versuche ich, diesen Blick auch für Laien zugänglich zu machen.
Nach unserem Treffen blieben wir in Kontakt und tauschten botanische Beobachtungen und Reisetipps aus den verschiedensten Ecken der Welt aus. Als Wladislaw und Julia mir eine Mitarbeit anboten, nahm ich gerne an – denn die Pflanzenwelt einer Region wird in Reisebeschreibungen meistens auf ein paar Klischees reduziert, obwohl sie unendlich viel reicher und faszinierender ist.
In den Jahren meiner Feldforschungen habe ich auf fünf Kontinenten gearbeitet – in tropischen Regenwäldern Südamerikas, in den Savannen Ostafrikas, in den Hochgebirgen Zentralasiens, in den Wüsten des Nahen Ostens und auf den Inselarchipelen des Pazifiks. Jede dieser Vegetationszonen hat ihre eigene Logik, ihre eigene Geschichte und ihre eigene Verbindung zur menschlichen Kultur.
Besonders fasziniert mich die Geschichte der Kulturpflanzen und ihre weltweite Verbreitung. Wie hat der Gewürzhandel die Botanik Südostasiens mit der Küche Nordafrikas verbunden? Welche Pflanzen verdanken wir der Columbian Exchange? Wie haben Missionare und Kolonisatoren Ökosysteme für immer verändert? Diese Fragen sind keine akademischen Abstraktionen – sie betreffen Landschaften, die man heute mit eigenen Augen sehen kann.
In meinen Kommentaren werde ich erklären, was die Pflanzenwelt über die Geschichte einer Region verrät, welche botanischen Gärten und Naturschutzgebiete besonders lohnenswert sind, wann die besten Zeiträume für bestimmte Destinationen sind – um Obstblüten, Wildblumenwiesen, Herbstfärbungen oder tropische Regenzeiten zu erleben.
Mit diesem Projekt möchte ich zeigen, dass ein Spaziergang durch eine fremde Landschaft ein botanisches Abenteuer sein kann – vorausgesetzt, man weiß, worauf man schauen soll. Nach der Lektüre meiner Kommentare werden Sie nirgendwo mehr gleichgültig an einem alten Baum vorbeigehen.