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Nach fünf Paris-Reisen habe ich ein interessantes Muster festgestellt. Am ruhigsten ist es im Louvre dienstags nach vierzehn Uhr. Die Reisegruppen kommen normalerweise vormittags und verteilen sich mittags auf andere Sehenswürdigkeiten oder gehen irgendwo in der Nähe essen.
Letzten Herbst bin ich extra dienstags um drei Uhr nachmittags hingegangen. Vor der Mona Lisa standen höchstens fünfzehn Leute. Durch den Saal mit den ägyptischen Exponaten bin ich praktisch alleine gegangen. Ein Wachmann meinte, donnerstags sei es auch ganz gut, aber der Dienstag sei beständiger.
Montags meiden – das Museum ist geschlossen, weshalb an den anderen Wochentagen entsprechend mehr los ist. Mittwoch und Freitag lässt man auch besser aus, denn dann kommen die meisten organisierten Gruppen aus ganz Europa.
An welchem Wochentag hat der Louvre die wenigsten Besucher? Wir können uns einen beliebigen Tag für den Besuch aussuchen, deshalb möchte ich wissen, wann es am besten ist, um relativ freie Bahn zu haben. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag – was ist besser?
Werner
Habe online ein Ticket für neun Uhr morgens an einem Donnerstag gekauft und bin durch die Porte des Lions reingegangen. Dort gibt es nie eine Schlange, anders als an der Hauptpyramide, wo man selbst mit Reservierung gut zwanzig Minuten anstehen kann. Die ersten zwei Stunden atmet das Museum noch, man kann sich alles in Ruhe anschauen ohne Gedrängel. Nach elf Uhr kommt dann schon Bewegung auf, besonders bei der französischen Malerei. Vormittags habe ich drei Flügel geschafft und die Nike von Samothrake ohne fremde Köpfe im Bild fotografiert.
Der Louvre hat nur mittwochs und freitags bis 21 Uhr geöffnet. Ich bin um sieben gekommen, als der Tagesstrom schon raus war und nicht mehr viele neue Besucher kamen. Die Beleuchtung ist abends etwas anders, aber die Atmosphäre ist deutlich ruhiger.
Bei den Skulpturen kann man stehen, so lange man will, niemand drängelt. Die Kasse hat bis acht Uhr auf, Tickets gibt’s problemlos. Letzten Juni bin ich so durch den Denon-Flügel gegangen, und es waren dreimal weniger Leute da als tagsüber. Die Music Hall und die Säle mit den griechischen Vasen sind nach sieben Uhr praktisch leer.
Bin eine halbe Stunde vor Öffnung donnerstags gekommen, stand als Dritter in der Schlange vor dem Eingang. Sobald die Türen aufgingen, bin ich direkt in den zweiten Stock zu den Italienern. Bis halb zehn habe ich Caravaggio und die komplette venezianische Schule praktisch für mich allein angeschaut. Dann kamen die Leute nach, aber da war ich schon bei den altorientalischen Sammlungen. Ein Guide im Hof meinte, donnerstags sei weniger los, weil viele Schulgruppen gezielt mittwochs oder freitags fahren. Hab’s ausprobiert, funktioniert wirklich.
Mir ist aufgefallen, dass in den letzten Tagen des Monats weniger Besucher da sind. Ich war am Achtundzwanzigsten, einem Samstag, hatte mit Massen gerechnet, aber Fehlanzeige. Vermutlich sind die Touristen schon abgereist und neue noch nicht angekommen.
Die Kassen liefen ohne Schlange, in den Sälen konnte man frei atmen. Selbst vor der Hochzeit zu Kana standen nur zehn Leute. Die Kassiererin erklärte mir, dass das erste Wochenende im Monat immer furchtbar sei, das letzte aber viel entspannter. Jetzt plane ich meine Trips gezielt auf Monatsende.
War Anfang Januar in Paris, als alle schon aus den Ferien zurück waren. Der Louvre war herrlich leer. Dienstagnachmittag bin ich durch Säle gegangen, wo man sich sonst nicht durchquetschen kann, und konnte vor den Bildern stehen, so lange ich wollte. Die Wachleute haben sogar gescherzt, man könnte sich auf den Boden legen, würde niemanden stören. Im Winter sind generell weniger Touristen unterwegs, weil das Wetter nicht so toll ist, aber genau das gibt einem die Chance, das Museum richtig zu erleben, ohne Trubel.
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