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Ich war letzten Sommer in Versailles und verstehe, warum alle vom Spiegelsaal sprechen. Aber ehrlich gesagt hat mich das Schloss selbst noch viel mehr beeindruckt. Die königlichen Gemächer mit ihren bemalten Decken, riesigen Kronleuchtern und überall Gold – das ist einfach unglaublich. Ich war etwa zwei Stunden dort unterwegs, weil ich jedes Detail in Ruhe betrachten wollte.
Der Park ist ebenfalls ein absolutes Muss. Ich habe am Eingang ein Fahrrad gemietet und bin zu den wichtigsten Fontänen gefahren. Zu Fuß würde das einen ganzen Tag dauern, weil das Gelände riesig ist. Die Fontänen werden nach Zeitplan eingeschaltet, deshalb sollte man vorher die Uhrzeiten checken. Als ich bei der Wasserspiele-Show mit Musik dabei war, habe ich verstanden, warum die Leute immer wieder hierher kommen.
Das Petit Trianon und Marie-Antoinettes Weiler sind noch mal eine ganz eigene Sache. Dort herrscht eine völlig andere Atmosphäre, intimer und gemütlicher. Wenn ihr Zeit habt, schaut dort unbedingt nach dem Hauptschloss vorbei.
Was muss man in Versailles unbedingt gesehen haben, damit man die Reise nicht bereut? Ich verstehe, dass die Spiegelgalerie ein Muss ist, aber was ist noch wirklich sehenswert? Unsere Zeit ist begrenzt, wir möchten das Wichtigste sehen.
Peter
Als ich zum ersten Mal die Spiegelgalerie betreten habe, bin ich regelrecht erstarrt. Dreihundertsiebenundfünfzig Spiegel auf der einen Seite, gegenüber die Fenster mit Blick auf den Park. Die Sonne hat sich so reflektiert, dass alles golden geleuchtet hat. Dort sind immer viele Leute, aber am frühen Morgen kann man auch mal Ruhe finden.
Die königlichen Gemächer haben mich ebenfalls beeindruckt. Das Schlafzimmer des Königs mit der Balustrade, wo die Hofleute das morgendliche Lever des Monarchen beobachteten, sieht aus wie eine Kulisse aus einem Historienfilm. Und die Räume der Königin mit ihrer Ausstattung – jeder Saal ein eigenes Meisterwerk. Ich bin mit Audioguide durchgegangen, der erzählt zu jedem Gegenstand etwas und erklärt, wie man hier gelebt hat.
Der Park von Versailles hat bei mir fast den ganzen Tag in Anspruch genommen. Ich bin extra am Wochenende gekommen, wenn die Fontänen laufen, und habe es nicht bereut. Die zentrale Allee führt zum Grand Canal, wo man Boote mieten kann. Ich bin zu Fuß bis ganz ans Ende gelaufen, dort sind deutlich weniger Touristen und man kann in Ruhe auf einer Bank sitzen.
Die Fontänen werden mit Barockmusik in Gang gesetzt. Ich habe den Apollobrunnen gesehen, den Neptunbrunnen und noch etwa zehn kleinere. Jeder hat seine eigene Skulpturenkomposition. Man sollte drei bis vier Stunden nur für den Park einplanen, wenn man alles in Ruhe anschauen möchte.
Das Petit Trianon war für mich eine echte Entdeckung. Es ist ein kleines Schloss, das Ludwig XVI. Marie-Antoinette geschenkt hat. Dort konnte sie ganz sie selbst sein, ohne Etikette und Zeremonien. Die Innenräume sind schlichter als im Hauptschloss, aber sehr elegant.
Der Weiler der Königin sieht aus wie ein echtes Dorf mit Mühle, Bauernhof und Teich. Marie-Antoinette kam gerne hierher und spielte Bäuerin. Heute grasen dort Schafe, alles wirkt sehr idyllisch und friedlich. Ich habe dort anderthalb Stunden verbracht und bin einfach auf den Wegen zwischen den Häuschen spaziert. Nach den Menschenmassen im Schloss war das wie ein Hauch frischer Luft.
Die meisten Touristen kommen gar nicht bis zur Galerie der Schlachten, was schade ist. Das ist ein riesiger Saal, hundertzwanzig Meter lang, mit dreiunddreißig Gemälden zu militärischen Siegen Frankreichs. Die Bilder sind gewaltig, vom Boden bis zur Decke. Ich bin Geschichtsfan, deshalb war das für mich mindestens genauso interessant wie die Spiegelgalerie.
Lohnenswert ist auch ein Abstecher in die königliche Kapelle. Weißer Marmor, vergoldete Säulen und der Altar – wunderschön selbst für Leute, die mit Religion nichts am Hut haben. Dort fanden königliche Hochzeiten und Taufen statt. Als ich dort war, spielte gerade die Orgel, eine unglaubliche Atmosphäre.
Ich bin um neun Uhr morgens in Versailles angekommen, direkt zur Öffnung des Schlosses. Das Ticket hatte ich online im Voraus gekauft, konnte also ohne Schlange durchgehen. Angefangen habe ich mit den königlichen Gemächern, dann der Spiegelsaal, die Räume der Königin. Das hat zweieinhalb Stunden gedauert, weil ich mir Zeit gelassen und alle Infotafeln gelesen habe.
Nach dem Schloss bin ich durch den Südflügel in den Park gegangen. Zuerst habe ich mir die Orangerie angeschaut, dort wuchsen Zitrusbäume in riesigen Kübeln. Dann bin ich entlang der Fontänen bis zum Grand Trianon gelaufen. Mittagessen hatte ich in einem Café am Kanal, die Preise sind happig, aber viel Auswahl gab es nicht. Nach dem Essen weiter zum Petit Trianon und zum Weiler. Ich war um sieben Uhr abends wieder zuhause, müde, aber sehr zufrieden. Ein Tag reicht völlig aus, wenn man vernünftig plant.
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