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Das Labyrinth des Minotaurus liegt im Palast von Knossos, nördlich von Heraklion, der Hauptstadt Kretas. Als ich das erste Mal dort war, erwartete ich unterirdische Tunnel mit Windungen zu sehen, aber in Wirklichkeit ist es ein riesiger Komplex aus Palasträumen mit unzähligen Korridoren, Treppen und Sälen. Archäologen streiten sich bis heute, ob gerade dieses verwinkelte Gebäude zur Grundlage für die Legende vom Labyrinth wurde.
Von Heraklion fährt man etwa zwanzig Minuten mit dem Bus oder Taxi. Ich habe den Bus vom Busbahnhof A genommen, das Ticket kostete ein paar Euro. Vor Ort siehst du Ausgrabungen, teilweise restaurierte Mauern und Säulen. Der Archäologe Arthur Evans hat Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts eine Rekonstruktion durchgeführt, deshalb sehen manche Fragmente fast neu aus, auch wenn das unter Wissenschaftlern umstritten ist.
Der Palast nimmt ein riesiges Areal ein, deshalb solltest du etwa drei Stunden für die Besichtigung einplanen. Ich war zweimal dort, weil ich beim ersten Mal nicht alles anschauen konnte. Am besten kommst du morgens früh oder gegen Abend, denn tagsüber sind dort Massen von Touristen und im Sommer eine Höllenhitze.
Wo befindet sich das berühmte Labyrinth des Minotaurus in Knossos? Ist das direkt im Palast selbst oder ist das ein separater Ort auf dem Gelände? Meine Tochter hat die Mythen gelesen und träumt jetzt davon, das echte Labyrinth zu sehen — ich möchte verstehen, was wir dort tatsächlich vorfinden werden.
Jürgen
Bin letzten Juni selbst dorthin gefahren, habe mir am Flughafen einen Mietwagen genommen. Knossos liegt ganz in der Nähe von Heraklion, wenn du vom Stadtzentrum Richtung Süden fährst, dann etwa fünfzehn Minuten Fahrt. Es gibt Schilder, du kannst dich nicht verirren. Der Parkplatz ist kostenpflichtig, aber normalerweise gibt es Plätze.
Wenn du das Gelände betrittst, verstehst du, warum man diesen Ort Labyrinth genannt hat. Jede Menge Übergänge, Räume ineinander verschachtelt, Treppen führen mal runter, mal rauf. Die Minoer haben den Palast mehrmals gebaut, weil Erdbeben die Gebäude zerstört haben. Deshalb ist die Raumaufteilung so verwirrend, die Architekten haben einfach neue Räume an die alten angebaut.
Als ich meine Reise nach Kreta geplant habe, habe ich extra ein Hotel in der Nähe von Heraklion gewählt, um schnell nach Knossos zu kommen. Der Palast liegt ein paar Kilometer südlich der Stadt, in einem Dorf, das ebenfalls Knossos heißt. Die Straße dorthin führt durch Olivenhaine und Weinberge.
Ich habe eine Führung mit Guide gebucht, wir wurden mit dem Bus hingefahren. Die Führerin erzählte, dass die archäologischen Untersuchungen schon im neunzehnten Jahrhundert begannen, aber die größten Ausgrabungen führte der Brite Evans durch. Er kaufte das Land und verbrachte Jahre mit der Forschung. Jetzt ist es ein Freilichtmuseum. Die Fresken, die du an den Wänden siehst, sind größtenteils Kopien, die Originale werden im Archäologischen Museum von Heraklion aufbewahrt. Dort solltest du auch vorbeischauen, denn dort sind die Fundstücke aus den Ausgrabungen, Geschirr, Schmuck, Figuren.
Wenn du alleine fährst, dann gib im Navi Knossos Palace ein oder einfach Κνωσός auf Griechisch. Es liegt bei den Koordinaten ungefähr 35.2980° nördlicher Breite und 25.1632° östlicher Länge. Ich bin von Rethymno gefahren, das dauerte zwei Stunden durch die Berge. Von Heraklion ist es viel näher.
Das Gelände ist für Besucher geöffnet, die Eintrittskarte kostet etwa fünfzehn Euro, aber die Preise können sich ändern. Im Sommer brennt dort die Sonne, es gibt wenig Schatten, also nimm einen Hut und Wasser mit. Ich kam um acht Uhr morgens an, als noch keine Menschenmassen da waren, und konnte in Ruhe herumlaufen und fotografieren. Nach zehn Uhr kamen dann schon die Busse mit den Touristengruppen an.
Der Legende nach befahl König Minos dem Architekten Daedalus, ein Labyrinth zu bauen, um den Minotaurus darin einzusperren. Archäologen glauben, dass der Mythos aufgrund der verwirrenden Struktur des Palastes entstanden ist. Wenn du zwischen diesen Ruinen stehst, spürst du wirklich, wie komplex das Planungssystem war.
Ich habe gelesen, dass die minoische Zivilisation hier schon anderthalbtausend Jahre vor unserer Zeitrechnung florierte. Der Palast war ein Verwaltungs- und religiöses Zentrum, hier lebten Priester, Beamte, Handwerker. Man fand Tafeln mit Linear-Schrift, die man lange nicht entziffern konnte. Jetzt weiß man, dass ein Teil der Texte Wirtschaftsaufzeichnungen beschreibt, Buchführung über Getreide und Vieh.
Busse von Heraklion fahren regelmäßig, die Haltestelle befindet sich am Busbahnhof A beim Hafen. Die Liniennummer muss man vor Ort erfragen, weil sie sich manchmal ändert. Ich bin etwa zwanzig Minuten gefahren, der Bus hält direkt am Eingang zur archäologischen Zone.
Tickets werden an der Kasse am Eingang verkauft oder online auf der offiziellen Website des griechischen Kulturministeriums. Wenn du ein Kombiticket kaufst, kannst du auch noch das Archäologische Museum in Heraklion für einen geringeren Preis besuchen. So habe ich es gemacht, weil ich die Original-Fresken und Artefakte sehen wollte, die bei den Ausgrabungen gefunden wurden. Im Museum gibt es Säle, die der minoischen Kultur gewidmet sind, dort werden Tongefäße, Goldschmuck und Siegel aufbewahrt.
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