Über Ugo Bern - Kunstrestaurator

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Guten Tag! Mein Name ist Ugo, ich bin Kunstrestaurator und arbeite seit über fünfzehn Jahren in der Schweiz und in verschiedenen Ländern der Welt. Meine Arbeit bringt mich in eine ungewöhnliche Nähe zu Kunstwerken – ich berühre sie buchstäblich, studiere ihre Oberflächen unter der Lupe, erkenne die Spuren der Zeit und die Handschrift des Künstlers in jedem Detail. Für jemanden mit diesem Beruf ist Reisen keine Erholung, sondern eine permanente Fortbildung.

Wladislaw und Julia begegnete ich vor zwei Jahren in Padua, in der Scrovegni-Kapelle. Wir befanden uns in einer kleinen Besuchergruppe und ich erklärte leise meiner Begleiterin einen technischen Aspekt der Freskotechnik, als die beiden, die offensichtlich alles mitgehört hatten, mir Fragen stellten, die mich wirklich überraschten. Nicht die üblichen Touristenfragen, sondern technische Fragen zur Erhaltung der Oberfläche. Danach standen wir noch lange in der Sonne und redeten.

Mein Beruf erlaubt mir, Kunstwerke anders zu sehen als die meisten Menschen. Ich sehe nicht nur das Bild oder die Skulptur, sondern auch die Geschichte ihrer Entstehung, ihrer Beschädigungen und ihrer Restaurierungen. Ich erkenne, welche Partien original sind und welche ergänzt wurden, welche Techniken verwendet wurden, welche Materialien sich im Laufe der Jahrhunderte verändert haben. Diesen Blick bringe ich in jedes Land mit, das ich besuche.

Nach unserem Treffen blieben wir in engem Kontakt – ich erzählte von laufenden Restaurierungsprojekten in verschiedenen Teilen der Welt, die beiden teilten ihre Entdeckungen bei Museumsbesuchen. Als sie mir vorschlugen, am Reiseführer mitzuwirken, sah ich darin eine Möglichkeit, ein Thema bekannter zu machen, das mir sehr am Herzen liegt: den Erhalt des kulturellen Erbes der Menschheit als gemeinsame Verantwortung.

Über die Jahre meiner Tätigkeit habe ich in Dutzenden von Ländern an unterschiedlichsten Objekten gearbeitet – an Wandmalereien in Zentralasien, an Holzskulpturen in Westafrika, an antiken Bronzen im Mittelmeerraum, an mittelalterlichen Textilien in Nordeuropa. Jede Tradition hat ihre eigenen Materialien, ihre eigenen Schadensbilder, ihre eigenen Restaurierungsethiken.

Besonders fasziniert mich der Umgang verschiedener Kulturen mit dem Konzept der Authentizität. In Europa dominiert die Idee, das Original so weit wie möglich zu erhalten und Eingriffe sichtbar zu machen. In anderen Kulturen – Japan ist das bekannteste Beispiel – gilt die regelmäßige Erneuerung als Teil der Authentizität. Diese verschiedenen Philosophien zu kennen, verändert den Blick auf jedes kulturelle Erbe.

In meinen Kommentaren werde ich erklären, wie man Kunstwerke und Denkmäler verschiedener Kulturen „liest” – welche Techniken und Materialien in welchen Regionen und Epochen typisch sind, wie Restaurierungen funktionieren, wie man echte Qualität von späteren Überarbeitungen unterscheidet und wo man besonders beeindruckende Beispiele für den Umgang mit kulturellem Erbe erleben kann.

Mit diesem Projekt möchte ich zeigen, dass Kunstbetrachtung eine erlernbare Fertigkeit ist – und dass das Lernen dieser Fertigkeit die Reiseerfahrung in jedem Land der Welt fundamental bereichert.

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