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Klara Müller
Delphi ist eine altgriechische Stadt an den Hängen des Parnass, die in der Antike als „Nabel der Erde” galt. Hier befand sich das Orakel des Apollon, an das sich Herrscher, Feldherren und einfache Menschen aus der gesamten antiken Welt wandten, um vor wichtigen Entscheidungen eine Prophezeiung einzuholen.
Ich war letzten Frühling dort und hätte nie gedacht, dass Ruinen einen so tief treffen können. Man steht vor den Überresten des Tempels und begreift plötzlich: Hierher reisten Menschen einst aus den entlegensten Winkeln der bekannten Welt – und das spürt man ganz anders, als wenn man nur darüber liest.
Können Sie mir in einfachen Worten erklären, was Delphi ist? Ich höre diesen Namen ständig, wenn von Griechenland die Rede ist, verstehe aber nicht ganz, was genau gemeint ist: eine Stadt, ein Heiligtum, eine historische Stätte oder alles zusammen? Ich möchte es meinen Kindern vor der Reise erklären können.
Hans
Frieda Klein
Delphi ist eine Stadt in Zentralgriechenland, die vor allem als Sitz des Delphischen Orakels bekannt ist. Die alten Griechen glaubten, dass Zeus genau hier den Mittelpunkt der Erde bestimmte: Er ließ zwei Adler von entgegengesetzten Enden der Welt losfliegen – und sie trafen sich über Delphi. Als Symbol dafür galt der Omphalos, der steinerne „Nabel der Welt”, der noch heute im örtlichen Museum zu sehen ist.
Ich bin auf eigene Faust mit dem Bus aus Athen angereist und habe dort einen ganzen Tag verbracht. Der Komplex ist weitaus größer, als er auf Fotos wirkt – bequeme Schuhe sind hier kein Luxus.
Nico Becker
Delphi lässt sich auf mehreren Ebenen erfassen. Historisch gesehen war es das Zentrum der antiken Welt, Sitz des panhellenischen Orakels und Austragungsort der Pythischen Spiele, die nach den Olympischen als bedeutendste galten. Archäologisch betrachtet ist es ein freigelegter Komplex mit dem Apollon-Tempel, den Schatzkammern griechischer Poleis, einem Theater und einem Stadion.
Ich kam mit einer Tagestour aus Athen – und ehrlich gesagt hatte ich nicht mit einem solchen Eindruck gerechnet. Im Reiseführer stand etwas von „Ruinen am Hang”, ich hatte mir etwas eher Bescheidenes vorgestellt.
Aber das Ausmaß überrascht wirklich. Der Heilige Weg, der an den Schatzkammern vorbei zum Tempel hinaufführt, vermittelt ein konkretes Gefühl dafür, wie dieser Ort als religiöse und politische Institution funktionierte. Das Museum daneben lohnt sich ebenfalls – dort steht der bronzene Wagenlenker, eines der am besten erhaltenen Werke antiker Bronzekunst.
Tim Fischer
Delphi ist einer der bedeutendsten Sakralorte des antiken Griechenlands. Hier stand der Tempel des Apollon, in dem die Priesterin Pythia ihre Prophezeiungen verkündete. Hierher brachten Gesandte aus der gesamten damals bekannten Welt ihre Gaben.
Für mich persönlich ist Delphi aber vor allem eine Landschaft. Ich stand zwischen den Ruinen und schaute hinunter auf den Golf von Korinth – und auf einmal war klar, warum genau dieser Ort für ein Heiligtum gewählt wurde. In Worte lässt sich das kaum fassen.
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