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Klara Müller
Ja, das Orakel von Delphi lässt sich besichtigen – heute ist es ein archäologisches Freiluftgelände. Ich war im Oktober dort und bin den gesamten Rundweg abgelaufen: vom Heiligen Weg über den Apollon-Tempel bis hin zum Theater. Der Eintrittspreis schließt auch das Archäologische Museum von Delphi ein, in dem der berühmte Bronzewagenlenker aufbewahrt wird.
Ehrlich gesagt hatte ich nicht erwartet, dass mich der Ort so sehr beeindrucken würde. Man steht zwischen den Ruinen und spürt, dass hier einmal über das Schicksal ganzer Staaten entschieden wurde.
Kann man das Orakel von Delphi heute als Tourist besuchen? Ich meine: Ist das ein Bereich, den man wirklich betreten kann, oder ist es etwas, das man nur aus der Ferne betrachtet? Ich möchte verstehen, was man dort mit eigenen Augen sehen kann.
Gisela
Tim Fischer
Delphi lässt sich problemlos auf eigene Faust besuchen, ohne organisierte Tour. Ich habe die Eintrittskarte direkt vor Ort gekauft – eine Online-Registrierung ist nicht nötig. Wer im Juli oder August kommt, sollte wissen: Es kann sehr heiß werden, denn Schatten gibt es kaum.
Das Museum auf dem Gelände ist wirklich beeindruckend – originale Friese, Skulpturen und Fundstücke aus den Ausgrabungen. Ich habe dort fast zwei Stunden verbracht und es keine Sekunde bereut.
Für das gesamte Gelände einschließlich Museum sollte man etwa vier Stunden einplanen. Am besten früh morgens ankommen – dann sind noch weniger Reisegruppen unterwegs und man kann alles in Ruhe auf sich wirken lassen.
Frieda Klein
Ich bin mit einer organisierten Tagestour aus Athen nach Delphi gefahren – eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe, denn der Reiseleiter hat zu jedem Bereich den nötigen Kontext geliefert. Der Apollon-Tempel, in dem das Orakel eigentlich beheimatet war, ist nur noch teilweise erhalten – sechs Säulen und das Fundament stehen noch -, aber die Atmosphäre dort ist besonders. Man bleibt stehen und versucht sich vorzustellen, wie hier einst Gesandte aus der ganzen antiken Welt zusammenkamen.
Nico Becker
Ich bin mit dem KTEL-Bus aus Athen angereist – die Fahrt dauert etwa drei Stunden. Das Gelände liegt am Hang des Parnass, man sollte also auf steinige Wege und einige Anstiege vorbereitet sein. Dafür bietet sich vom höchsten Punkt der Route ein atemberaubender Blick auf den Golf von Korinth und die Olivenhaine darunter.
Neben dem Hauptheiligtum des Apollon lohnt sich auch ein Abstecher zum Athena-Pronaia-Heiligtum mit der berühmten Tholos – jenem Rundbau, der auf allen Postkarten der Gegend zu sehen ist. Dort kam ich ohne Wartezeit und kostenlos hinein.
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